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Die Bestimmungen sind eindeutig:

Innerhalb von nur 180 Sekunden müssen im Alarmfall alle Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr jeden Punkt des Start- und Landebahnsystems erreichen, dann wenn es gilt, Menschenleben zu retten und die Brandbekämpfung einzuleiten. Dies sehen die von der Internationalen Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO) vorgegebenen Richtlinien für den Brandschutz auf Flughäfen vor.

 

IN NUR 18 SEKUNDEN AUF 140km/h

Als Vorhut bei der Alarmierung käme Deutschlands schnellster 20-Tonner, "Florian 5", zum Einsatz. Angetrieben von einem 600 PS starken Turbodieselmotor, beladen mit 4.000 Liter Löschwasser und einer halben Tonne Löschpulver, ist er das "Schnellangriffsfahrzeug" der Flughafenfeuerwehr. Der Anschaffungspreis liegt bei 350.000 Euro. Seine Besatzung muss im Alarmfall innerhalb von zehn Sekunden die Wache verlassen und in nur zwei Minuten am Schadensort sein. Alle übrigen Feuerwehrfahrzeuge, darunter auch die 39 Tonnen schweren Großlöschfahrzeuge vom Typ "Simba" oder die 1.000 PS starken "Panther", dürfen nur eine Minute später eintreffen.

  Florian 5                                                                 Florian 5                                                        Panther Florian 10                                                 Panther Florian 10

"Florian 5" erfüllt die an ihn gestellten Anforderungen leicht. Selbst den 2,5 Kilometer langen Sprint zum Punkt "32 rechts", dem Abschnitt der Großen Start- und Landebahn, der am weitesten von der Feuerwache entfernt ist, schafft er in knapp 120 Sekunden; in nur 18 Sekunden erreicht er eine Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde.

In der Feuerwache ist das Fahrzeug Tag und Nacht in Betriebsbereitschaft. Um ihn sofort voll belasten zu können, wird sein Motor ständig auf einer Betriebstemperatur von 70 Grad gehalten.

Rund um die Uhr und dies an 365 Tagen im Jahr ist die Flughafenfeuerwehr mit ihren 22 Fahrzeugen im Dienst. Von den insgesamt 103 Männern sind 15 Einsatzkräfte für den Flugzeugbrandschutz und 6 Einsatzkräfte für den Gebäudebrandschutz sowie für technische Hilfeleistungen in ständiger Einsatzbereitschaft. Eine Schicht umfasst 24 Stunden und gliedert sich in je acht Stunden Arbeitsdienst, Bereitschaftsdienst und Ruhezeit. Zum Arbeitsdienst zählen vielfältige Aufgaben wie z.B. die Aus- und Weiterbildung des Personals im feuerwehrtechnischen Dienst, aber auch die Weiterbildung der Mitarbeiter der am Flughafen ansässigen Unternehmen im Brandschutz und der Ersten Hilfe. zudem werden Fahrzeuge und Geräte gewartet und Kontrollfahrten durchgeführt. Beim Betanken von Flugzeugen mit Passagieren an Bord wird die Brandwache gestellt. Außerdem ist die Flughafenfeuerwehr auf dem Airportgelände für den Rettungsdienst und den vorbeugenden Brandschutz verantwortlich.

 

JÄHRLICH DREI- BIS VIERTAUSEND EINSÄTZE

Jedes Jahr kommt die Flughafenfeuerwehr inklusive des Rettungsdienstes in Köln/Bonn auf drei- bis viertausend Einsätze. Dies ist nicht erstaunlich, da der Airport einer mittelgroßen Stadt entspricht: Täglich bewegen sich hier über 12.000 Beschäftigte und mehrere zehntausend Passagiere. Auf dem 1.000 Hektar großen Flughafengelände befinden sich Terminals, Parkhäuser, ein ICE- und S-Bahnhof, Frachthallen, Hangars, Werkstätten und zahlreiche weitere Infrastruktureinrichtungen.

Die Hauptfeuerwache liegt im südlichen Teil des Frachtbereichs direkt neben dem Tower. Der Großteil des Fahrzeugparks ist dort stationiert, die Sozialräume und die Werkstätten sind dort untergebracht. In der hochmodernen Einsatzzentrale werden sämtliche Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze koordiniert. Im Sommer 2007 wurde die in direkter Nachbarschaft zu Terminal 2 liegende Feuerwache II, die sogenannte Gebäudebrandschutzwache, in Betrieb genommen. Von hier aus werden u.a. die Einsätze zum Brandschutz der beiden Terminals gefahren.

Auf dem Gelände des Köln Bonn Airport arbeitet die Flughafenfeuerwehr eng mit der Feuerwehr der Bundeswehr zusammen; zudem gibt es Kooperationsvereinbarungen mit der Stadt Köln inkl. dem Rettungshubschrauber "Christoph Rheinland". Um auf jeden Zwischenfall gut vorbereitet zu sein, wird die technische Ausstattung ständig verbessert.

Noch wichtiger sind ein regelmäßiges Training und die Übungen der Feuerwehrleute. Deshalb verpflichtet die ICAO die Verkehrsflughäfen dazu, mindestens im Anstand von zwei Jahren eine große Notfallübung durchzuführen. Dabei wird beispielsweise die Kollision zweier Flugzeuge simuliert. An solchen Übungen nehmen mehr als 300 Personen von Feuerwehren, Polizei, Flughafengesellschaften und Airlines teil. Solche Notfallübungen dienen vornehmlich dazu, die Kommunikation zwischen den internen und den externen Einsatzkräften zu überprüfen und die Abläufe zu optimieren. "Safety first" lautet die wichtigste Regel im internationalen Luftverkehr. Dabei kommt der Flughafenfeuerwehr eine Schlüsselrolle zu:

Denn ohne eine stets einsatzbereite Feuerwehr startet oder landet kein Flugzeug auf dem Airport.

 

Quelle: Köln Bonn Airport/ Einblick Feuerwehr / Stand Februar 2008

 

Das Flughafengelände

Um sich ein Bild von der Größe des Flughafengeländes zu machen habe ich hier mal drei Luftaufnahmen reingesetzt.

 

 

© M.Schlothauer